Kurz vor den Sommerferien wartete auf die Klasse 7b noch ein besonderer Schultag. Sie fuhr ins Emder Amtsgericht und durfte als stille Beobachter bei zwei Verhandlungen zuschauen. Im ersten Fall ging es um Beleidigung.
Der Angeklagte war einschlägig vorbestraft und wurde von der Richterin zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Im zweiten Prozess im eindrucksvollen Schöffensaal 14 musste sich ein Mann wegen Diebstahls verantworten. Er hatte damit seine Heroin- und Kokainsucht finanzieren wollen. Die Schülerinnen und Schüler bekamen im Gerichtssaal hautnah mit, wie die Richterin der Staatsanwalt, ein psychiatrischer Gutachter sowie der Verteidiger zu einem Urteil kamen. Die Strafe für den Mann wurde auf fünf Jahre zur Bewährung ausgesetzt.
Schon der Empfang im ehrwürdigen Gerichtsgebäude an der Emder Ringstraße war besonders. Alle mussten ihre Taschen ausleeren und wurden von Justizbeamten durchsucht. Erst danach durfte die Gruppe zum Prozess. Ermöglicht hatte den Besuch der Direktor des Amtsgerichtes, Henning Deeken. Er begrüßte die 7b, die sich im Gesellschaftslehre-Unterricht zuvor intensiv mit Rechten, Pflichten und dem deutschen Rechtsstaat befasst hatte. Einige Wochen zuvor hatte die Klasse selbst einen Gerichtsprozess nachgespielt. Nun sahen die Schülerinnen und Schüler, wie es in einer echten Verhandlung zugeht. Nach den Prozessen unterhielten sie sich ausführlich mit der Richterin, die ihrerseits von der Klasse wissen wollte, wie sie in den beiden Fällen geurteilt hätte. Ein spannender Schultag, den viele wohl nicht so schnell vergessen werden.

Ein Bericht von Herr Päschel und Frau Neumann